Dupuytren’sche Erkrankung

Unter der Haut auf der Handinnenfläche liegt eine Bindegewebsschicht, die sogenannte Palmaraponeurose, die der Verankerung der Haut dient. Beim M. Dupuytren kommt es zu einer knotigen und/oder strangförmigen Verdickung dieser Schicht durch eine Vermehrung der Bindegewebszellen (Myofibroblasten). Die Stränge können sich über die ganze Handinnenfläche bis zu den Fingergelenken ausdehnen und sich im Verlauf langsam zusammenziehen. Sie führen so zu einer Beugestellung der betroffenen Finger und verhindern, dass diese vollständig gestreckt werden können.

Diese Veränderungen gehen nicht spontan zurück. Der Kleinfinger ist am häufigsten betroffen, gefolgt von Ringfinger und Daumen. Die Krankheit tritt häufig beidseitig und in der Regel zwischen dem 40. und 60. Lebensjahr auf. Männer sind dabei wesentlich häufiger betroffen als Frauen.

Ursachen

Die genaue Ursache dieser gutartigen Erkrankung ist nicht bekannt. Es lässt sich eine familiäre Häufung beobachten und es besteht ein Zusammenhang zu Diabetes.

Symptome

Meistens bemerken die Patienten selber die Knoten und Stränge in der Handinnenfläche. Schmerzen bestehen meistens keine. Die zunehmende Unfähigkeit, die Finger zu strecken, wird aber in der Regel als störend empfunden im Alltag. Sie ist der häufigste Grund, warum Betroffene den Arzt aufsuchen. Üblicherweise schreitet die Erkrankung langsam voran, es gibt aber auch aggressivere Verläufe. Diese betreffen vor allem jüngere Patienten (unter vierzig Jahre) mit beidseitigem Befall, ähnlichen Veränderungen an den Füssen (M. Ledderhose) und familiärer Komponente.

Behandlungsmöglichkeiten

Das Ziel der Behandlung ist, die Beugefehlstellung der Finger möglichst rückgängig zu machen oder aufzuhalten und so die Handfunktion wieder zu verbessern. Dies bedarf einer Durchtrennung der Stränge, die zur Beugung der Finger führen. Liegen diese Stränge oberflächlich, gut tastbar unter der Haut, können sie gegebenenfalls mithilfe von Nadeln durch die Haut hindurch (percutan) durchtrennt werden (Nadelfasciotomie). Neu ist auch eine Behandlung mit einem Medikament möglich, welches in den Strang gespritzt wird und diesen dann an der Infiltrationsstelle auflöst.

Sind die Stränge nicht sicher tastbar, müssen sie über grössere Schnitte im Bereich der Handinnenfläche herausoperiert werden. Bei schwereren Fällen müssen häufig auch die verkürzten Gelenkkapseln der Fingergelenke gelöst werden. Manchmal braucht es eine kleine Hautverpflanzung oder -verschiebung, um die betroffene Stelle ganz verschliessen zu können.

Wann soll operiert werden?

Üblicherweise ist eine Operation angeraten, wenn es nicht mehr möglich ist, die Hand flach auf eine plane Unterlage zu legen. Wird mit der Behandlung zu lange zugewartet, ist es unter Umständen nicht mehr möglich, eine vollständige Streckung der Finger zu erreichen. Alleinige Knoten ohne Beugefehlstellung der Finger hingegen sollen nur dann operiert werden, wenn sie wirklich zu Beschwerden führen. Denn die Narbenbildung kann gelegentlich auch störend sein. Da die Rückfallquote auch bei radikaler Operation relativ hoch ist, sollte nicht zu früh operiert werden.

Nachbehandlung

Um ein möglichst gutes Resultat zu erreichen, braucht es eine konsequente Nachbehandlung. Diese besteht im Tragen einer Nachtlagerungsschiene während drei bis sechs Monaten. Je nach Befund wird während den ersten zwei bis sechs Wochen auch tagsüber eine Schiene getragen. In der Handtherapie werden regelmässig Bewegungsübungen instruiert und Narbenbehandlung durchgeführt. Eine volle Belastung ist nach abgeschlossener Wundheilung, das heisst nach circa zwei bis vier Wochen, möglich.