Lymph-Chirurgie

​Mikrochirurgische Therapie des Lymphödems und Lymphgefässchirurgie

Eine Stauung der Lymphflüssigkeit im Gewebe kann entweder angeboren sein (primäres Lymphödem) oder nach Tumoroperationen und Lymphknotenausräumungen entstehen (sekundäres Lymphödem). Die primäre Therapie ist immer die komplexe Entstauungstherapie mittels Lymphdrainage, kompressiver Wickelung und Kompressionsstrümpfen. Sollte es hierunter zu keiner Besserung kommen, kann unter bestimmten Bedingungen eine chirurgische Therapie helfen.

Zur Verfügung stehen die Anlage von mikrochirurgischen Verbindungen zwischen den durchtrennten Lymphgefässe und kleinen Lymphgefässen oder Venen (lympho-venöse oder lymphe-lymphatische Anastomosen). Alternativ besteht die Möglichkeit der Transplantation von Lymphknoten inklusive ihrer Gefässe (mikrovaskulärer Lymphknotentransfer). Hier ein aktueller Bericht von Tele Züri dazu.


Weiterhin kommt die Lymphgefässchirurgie zur Beseitigung chronischer Flüssigkeitsansammlungen in Wundgebieten (Serom, Lymphocele) zum Einsatz. Hierbei werden die feinen durchtrennten Lymphgefässe unter dem Mikroskop nach Markierung mit einem Farbstoff aufgesucht und gezielt unterbunden. Alternativ können sie wieder miteinander verbunden werden oder an kleine Venen angeschlossen werden (lympho-venöse oder lympho-lymphatische Anastomosen).

Zusammen mit der Klinik für Angiologie und der Physiotherapie werden Patienten mit schwer therapierbaren Lymphödemen oder Lymphödem assoziierten Problemen am Lymphödem-Board interdisziplinär besprochen.