Brustverkleinerung (Mammareduktion)

Grosse Brüste sind häufig nicht primär ein ästhetisches Problem, sondern gehen mit körperlichen Beschwerden einher. Die Betroffenen leiden häufig unter Nacken- und Rückenschmerzen, die trotz Therapie immer wiederkehren oder sogar zu bleibenden Haltungsschäden führen. Zudem kann die Haut unter der Brust gereizt sein und es kann zu Pilzinfektionen kommen. Schliesslich besteht bei vielen Patientinnen auch ein psychischer Leidensdruck.

Grundsätzlich wird bei einer Brustreduktion (Mammareduktion) Haut, Brustdrüsen- und Fettgewebe entfernt, um das Volumen zu verringern und die Brustwarze wieder an ihren ursprünglichen Platz zu bringen. Dabei wird mit dem verbleibenden Gewebe die Brust neu geformt und von einem strafferen Hautmantel umgeben.

Wie bereite ich mich vor?

Im Vorfeld der Operation werden wir in einem ausführlichen Beratungsgespräch mit Ihnen Ihre Vorstellungen besprechen und abhängig vom Alter und vorliegenden Risikofaktoren eine Untersuchung zur Früherkennung von Brustkrebs in die Wege leiten. In den 14 Tagen vor der Operation sollten Sie auf Schmerzmittel, welche die Blutgerinnung beeinflussen (z. B. Aspirin), verzichten. Zudem empfehlen wir, zwei Wochen vor und nach der Operation auf den Konsum von Nikotin zu verzichten.

Wie wird die Operation durchgeführt?

Die Operation erfolgt im Rahmen eines 3–4-tägigen Spitalaufenthaltes und wird in Vollnarkose durchgeführt. Vor dem Eingriff werden im Stehen Markierungen vorgenommen.

In den meisten Fällen wird der Brustwarzenhof verkleinert, so dass er zu der neuen Brust passt, und die Brustwarze neu positioniert. Überschüssiges Brustdrüsen- und Fettgewebe sowie Haut werden entfernt und eine kleinere, straffere Brust geformt. Die Schnittführung und somit die Narben verlaufen um die Brustwarze und von dieser senkrecht nach unten bis zur Unterbrustfalte. Häufig ist bei sehr grossen Brüsten auch ein Schnitt entlang der Unterbrustfalte.

Wie sieht die Nachbehandlung aus?

Nach ein bis zwei Tagen werden die Drainage-Röhrchen für das Wundsekret entfernt und ein stützender Sport-BH angepasst. Dieser sollte für sechs Wochen Tag und Nacht getragen werden. Im Bereich der Brustwarze wird die Haut mit feinen Fäden genäht, die nach 10–14 Tagen entfernt werden. Die restlichen Fäden lösen sich auf. Die allermeisten Frauen verspüren sofort eine deutliche Besserung der Beschwerden, die definitive Form der Brüste zeigt sich jedoch frühestens nach sechs Monaten.

Gibt es Komplikationen?

Die Entfernung von Brustdrüsengewebe kann zu einer eingeschränkten Stillfähigkeit führen. Ebenfalls möglich ist eine Gefühlsstörung an der Brustwarze und sehr selten eine Durchblutungsstörung. Wie bei allen Operationen besteht das Risiko einer Nachblutung, Infektion, Wundheilungsstörung oder überschiessender Narbenbildung.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten?

Da sehr grosse Brüste zu gesundheitlichen Problemen führen können, übernehmen die Krankenkassen in gewissen Fällen die Behandlungskosten. Grundsätzlich müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Erwartete Gewebereduktion > 500g pro Brust
  • Körperliche Beschwerden, die auf die schwere Brust zurückzuführen sind
  • Normalgewicht, BMI < 25kg/m2

Das Wichtigste in Kürze

  • OP-Dauer: zwei bis drei Stunden
  • Narkose: Vollnarkose
  • Spitalaufenthalt: drei bis vier Tage
  • Nachbehandlung:
      • Metallfreier Sport-BH für sechs Wochen
      • Sportkarenz für sechs Wochen
  • Arbeitsunfähigkeit: ein bis drei Wochen (abhängig von der körperlichen Belastung)