Brustrekonstruktion mit Implantaten

Im Falle einer sogenannten hautsparenden Mastektomie (lediglich Entfernung der Brustdrüse ohne Haut) ist die einfachste Art des Aufbaus mit Einsatz von Implantaten möglich. Hierfür wird eine Silikonprothese in der zu ersetzenden Grösse in die zurückgebliebene Höhle eingebracht. Die in unserer Klinik verwendeten Implantate sind zertifiziert und im gesamten europäischen Raum zugelassen.

Die Schnittführung ist bereits durch die Entfernung des Tumors bzw. der Brustdrüse vorgegeben, so dass keine neuen Narben entstehen (Brustwarzenregion oder Unterbrustfalte). Sie findet vor allem Anwendung, wenn eine vorsorgliche Brustdrüsenentfernung angezeigt ist. Das Implantat kann jederzeit durch Eigengewebe ersetzt werden, wenn das Ergebnis nicht mehr zufriedenstellend sein sollte.

Expander-Einlage und Silikon-Implantat

Wird die Brust jedoch mit ihrer Haut entfernt, so bleibt meist keine ausreichende Tasche für die Aufnahme des Implantates zurück. In diesem Fall muss die entstandene Höhle über mehrere Monate vorgedehnt werden. Hierfür wird zunächst eine sogenannte Expanderprothese eingelegt. Nach abgeschlossener Wundheilung (ca. drei Wochen) wird sie peu à peu mit Kochsalzlösung gefüllt, um die Haut zu dehnen und eine neue Tasche zu bilden. Da das Gewebe hinterher etwas schrumpft, wird eine Überdehnung angestrebt, bevor der Expander für die definitive permanente Silikonprothese ausgetauscht wird.

Vorteil dieses Brustaufbaus ist seine Einfachheit mit kurzer Operationszeit. Nachteile sind gelegentlich, dass wegen der dünnen Haut die leichten welligen Unregelmässigkeiten der Prothesenoberfläche erkennbar sind (sog. „Rippling“). Die Platzierung der Implantate unter den Brustmuskel deckt diese besser ab, liefert jedoch keine Garantie gegen „Rippling“ oder Verkapselung. Da es sich bei der Prothese um einen Fremdkörper handelt, können auch Jahre nach der Operation Probleme durch die sogenannte Kapselfibrose auftreten. Dabei kann die sich bildende Hülle um das Implantat so fest werden, dass sie das Implantat zusammendrückt, zu hässlichen Verformungen und auch Schmerzen führen kann. Der Austausch des Implantates stellt meist lediglich eine vorübergehende Lösung dar.

Wenn eine Bestrahlung geplant ist, sollte auf eine Rekonstruktion mit Implantaten verzichtet werden, da die Bestrahlung zu einer vermehrten Rate von Kapselfibrosen führt. Weitere Risiken sind Schwellungen, Entzündungen oder ein dauerhaftes Spannungsgefühl der gedehnten Haut. Nach der Rekonstruktion mit Implantaten bleiben jedoch für die Patientin alle weiteren Methoden des Eigengewebsaufbaus weiterhin möglich.

Wichtige Short Facts zur Implantatrekonstruktion

• Anästhesie: Vollnarkose
• OP-Dauer: ein bis drei Stunden
• Krankenhausaufenthalt: vier bis sieben Tage
• Stütz-BH: acht bis zwölf Wochen
• Fadenzug: nach zwei Wochen
• Drainagen-Entfernung: ein bis fünf Tage
• Arbeitsunfähigkeit: ca. vier bis sechs Wochen
• Sportverbot: ca. acht bis zwölf Wochen